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Verzockt und verklagt – Die guten Geschaefte der Deutschen Bank

Kategorien: 360p, Deutschland, Korruption, Neuzeit, Online, Unternehmen

Zehn Jahre lang hat Josef Ackermann die Deutsche Bank geführt und zu einer Investmentbank umgebaut, die mit Zockermethoden Milliarden verdiente. Am 31. Mai 2012 geht die Ära Ackermann nun zu Ende. Zurück bleiben etliche Kunden, die sich von der Deutschen Bank geprellt fühlen: Kommunen, Landesbanken und Privatkunden. Deutschlands Vorzeigebank steht vor Prozessrisiken in Milliardenhöhe. Der Film hinterfragt die Geschäftspraktiken des größten deutschen Geldinstituts im In- und Ausland und beleuchtet die Rolle der Deutschen Bank bei der Finanzkrise. Die Dokumentation berichtet über drei Gruppen von Anlegern, die sich von der Deutschen Bank hintergangen fühlen. Da sind zunächst viele Kleinanleger, denen Anlageprodukte vermittelt wurden, die sich als Flop entpuppten. Beispiel: ein Fonds, der in Riesenräder in Berlin und Singapur investieren wollte. Die Riesenräder wurden nie gebaut, Anleger verloren viel Geld. Die Deutsche Bank aber kassierte gute Provisionen und muss sich nun vorwerfen lassen, die Anleger weder darüber noch über die hohen Risiken ausreichend informiert zu haben.

Verzockt und verklagt - Die guten Geschaefte der Deutschen Bank, 4.8 out of 5 based on 6 ratings
  1. Sandro Valecchi

    06. Dez, 2013

    Intransparentes Geschäftsgebaren, Umgehung der Regularien und selbstverschuldeter Kontrollverlust = das große Problem im gesamten Bankensektor.

    So sehen das heute beispielsweise die Experten der Goethe Universität Frankfurt a. M. und suchen nach den Ursachen für diese unglaubliche Situation: Der Bundesfinanzminister für Finanzen sagte in dieser Woche: „Die Kreativität der (zahlreicher) Banken, die Regulierung zu umgehen, ist weiterhin groß“; er wisse, dass die Banken meinten, es reiche mit der Regulierung, aber dem sei nicht so.

    Co-CEO J. Fitschen (Deutsche Bank AG) sah sich und die Deutsche Bank angegriffen und warf dem Bundesminister Dr. Schäuble „Populismus“ vor.

    Die Banken in Europa mussten mit einem Drittel der gesamten EU-Wirtschaftsleistung, größtenteils mit inzwischen abgelösten Garantien, massiv unterstützt und stabilisiert werden. Vernünftigerweise sollen in Zukunft nicht mehr die Steuerzahler, sondern zuerst die Aktionäre, die Gläubiger und Kunden der betroffenen Banken die Hauptlast tragen; staatliche Hilfen sollen erst in letzter Instanz genutzt werden:

    Die Hypo Real Estate Holding (HRE) mit Depfa und Deutscher Pfandbriefbank AG brauchte 123,98 Milliarden Euro Garantien zuzüglich 7,7 Milliarden Euro direkter Hilfen durch Kapitalmaßnahmen aus dem SoFFin.

    Die IKB Deutsche Industriebank AG wurde ein Rettungsobjekt des Bundes, indem die KfW zuletzt Anteile in Höhe von 90,8 % an der IKB übernehmen musste. Die Summe für die Rettung i. H. v. 3,5 Milliarden Euro wurde zunächst von der KfW mit 70 % und von anderen Banken im Volumen von 30 % aufgefangen.

    Die Sachsen LB ging an die LBBW unter Inanspruchnahme weitreichender finanzieller Bürgschaften von über 2,75 Milliarden Euro durch das Land Sachsen; mit Stand Juli 2013 wurden rund eine Milliarde abgerufen; die die restlichen 1,75 Milliarden Euro liegen abrufbereit in einen Garantiefonds; damit wird letztendlich die sächsische Landesregierung die gesamte Garantiesumme übernehmen müssen.

    Die Abwicklung der WestLB hat 18 Milliarden Euro verschlungen.

    Die Bayern LB hat sich mit der Hypo Alpe Adria überworfen; bei dem Banken-Streit geht es nicht nur um mehr als 6 Milliarden Euro; der Streit ist zu einem Politikum ausgeufert; der Freistaat Bayern und das Kärntner Kreditinstitut (Republik Österreich) werfen sich gegenseitig Übervorteilung u.a. vor. Es soll nicht einfach bei fehlerhaften, bilanziellen Abbildungen geblieben sein. Der Ex-Chef der Hypo Alpe Adria, Wolfgang Kulturer, beteuert indes im lfd. Prozess um Bilanzfälschung und Untreue seine Unschuld.

    Viele Analysten glauben (zu Recht), dass nahezu jede Bilanz aus dem Bankensektor anfechtbar ist und die bilanziellen Abbildung fehlerhaft sind. So sorgte ein erst kürzlich veröffentlichter Telefonmitschnitt der Anglo Irish Bank für Aufsehen. Hier gestand der Verantwortlich für den Bereich Kapitalmarkt im Jahr 2008 absichtlich eine niedrigere Summe zur Rettung der Bank genannt zu haben, damit staatliche Hilfen nicht gleich von Anfang an untersagt werden. Dieses besondere Manko im Bankensektor kommentiert Fondsmanager Bert Flossbach wie folgt: „Die meisten Banken sind allerdings aufgrund ihrer intransparenten Bilanzen, hoher Klagerisiken und wachsender Eigenkapitalanforderungen für uns als Langfristinvestor unattraktiv. Von einigen Ausnahmen abgesehen ist das Chance-Risiko-Verhältnis von Bankaktien daher auf lange Sicht schlecht. Dies bedeutet natürlich nicht, dass man mit diesen Titeln kein Geld verdienen kann. Ein Engagement ist aber mehr Spekulation als Investition.“

    Die Deutsche Bank AG wird sich zumindest teilweise aus dem Geschäft mit Rohstoffen zurückzuziehen. Der physische Handel mit Agrarrohstoffen, Metallen und Energierohstoffen soll eingestellt werden. Ein kompletter Abschied aus dem Rohstoffgeschäft ist das jedoch noch lange nicht: denn Kunden können weiterhin Investmentprodukte beziehen, die auf Rohstoffen basieren. Auch mit Edelmetallen und Finanzderivaten wird die Bank weiterhin handeln. Die Bank will diesen Schritt auch nicht als Reaktion auf die Kritik verstanden wissen – oder mit dem Kulturwandel, den die beiden Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen ausgerufen haben. Sie wollen den Rückzug als Teil ihrer Strategie verstanden wissen. Kurz nach Amtsantritt haben die beiden angekündigt, dass sich die Bank künftig aus manchen Geschäften zurückziehen wird, die sich nicht lohnen.

    Die deutsche Finanzaufsicht BaFin prüft, ob neben den Libor und Euribor-Manipulationen auch im Handel mit Gold und Silber Missbrauch mit Insiderwissen betrieben wurde. Auch in den USA und Großbritannien laufen Ermittlungen gegen mehrere europäische Banken.

    Und den Banken der USA stehen weitere hohe Entschädigungen bevor, schätzt die Ratingagentur S&P. Die Klagen von Anlegern gegen faule Hypothekenverbriefungen könnten die Institute mehr als 100 Milliarden Dollar kosten.

    Die Aufräumarbeiten nach der Finanzkrise könnten die US-Banken nach Einschätzung der Ratingagentur S&P noch weitere bis zu 104 Milliarden Dollar kosten. Diese Belastung drohe durch neue Klagen im Zusammenhang mit faulen Hypothekenkrediten und deren Verbriefung, teilte S&P mit. Die Kapitalpuffer der Banken seien mit etwa 155 Milliarden Dollar aber dick genug, um solche Belastungen zu schultern. Die Ratingnoten seien daher nicht in Gefahr. Genau festlegen wollte sich S&P bei der Summe möglicher Klagen nicht: Auf die acht größten US-Institute könnten Kosten zwischen 56,5 bis 104 Milliarden Dollar zukommen, hieß es lediglich.

    Schon zuletzt stockten die Kreditinstitute ihre Rückstellungen für Schadensersatzzahlungen auf. Das hat ihre Geschäfte im dritten Quartal deutlich belastet, erklärte die Bankenaufsicht am Dienstag.
    Den Banken droht eine neue Klagewelle, weil die US-Regierung ihre Rolle beim Bündeln und Verkauf von Wertpapieren untersucht, die sich aus faulen Hypothekenkrediten zusammensetzen. Das Platzen dieser Kredite hatte ab 2007 eine Kettenreaktion ausgelöst, die letztlich zur weltweiten Finanzkrise führte.

    Gesamtschaden Bankensektor: 3,4 Billionen USD

    Dieses heikle Tabu-Thema kann nur vom Volumen her geschätzt werden, weil die Politik offenbar keine sachverständigen Ermittlungen hierzu vorgenommen hat – oder diese unter Verschluss hält. Allein der weltweite Abschreibungsbedarf sowie die Geltendmachung von Abschreibungen im Bankensektor umfassen einen Betrag von etwa 3.400 Milliarden USD (Methode/Schätzung).

    Der weltwirtschaftliche Gesamtschaden wird bei etwa 10 Billionen USD gesehen (Quelle: Universität Frankfurt a. M.). Sandro Valecchi, Analyst

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  2. Stefan Wehmeier

    18. Dez, 2013

    Der Kreditzins, den Unternehmer für Investitionskredite an die Geschäftsbanken zahlen, besteht aus der Bankmarge und dem Guthabenzins, den die Geschäftsbanken an die Sparer zahlen. Die Bankmarge minus Risikoprämie (Kreditausfall-Versicherung) minus Personal- und Sachkosten ist der Gewinn der Geschäftsbanken vor Steuern, und der Guthabenzins der Sparer ist die Liquiditätsverzichtsprämie (Urzins) plus Knappheitsaufschlag plus Inflationsaufschlag. Der Realzins (Sparer-Gewinn) ist der Guthabenzins minus Inflation.

    Die Liquiditätsverzichtsprämie ist zeitabhängig und erreicht bei langfristigen, ca. 10-jährigen Geldanlagen den vollen Urzins von etwa 4,5%, während der Knappheitsaufschlag durch das Verhältnis von Kreditangebot und Kreditnachfrage in der Volkswirtschaft bestimmt wird. Ist nach einem Krieg (umfassende Sachkapitalzerstörung) die Kreditnachfrage zur Finanzierung neuer Sachkapitalien (Häuser, Fabriken, Schiffe, etc.) deutlich größer als das Kreditangebot, steigt der Realzins für die Sparer um eine „Belohnung für Konsumverzicht“, weil in dieser Situation die Schaffung neuen Sachkapitals für die Volkswirtschaft wichtiger ist als der vorgezogene Konsum; und wenn kurz vor dem nächsten Krieg die Geldvermögen – und damit auch die (fast) spiegelbildliche Gesamtverschuldung – durch die fortlaufende Verzinsung soweit gewachsen sind, dass das Kreditangebot die Kreditnachfrage übersteigt, weil die Rentabilitätshürde des Urzinses der weiteren Vermehrung rentabler Sachkapitalien eine Grenze zieht, wird der Knappheitsaufschlag negativ und der Realzins für die Sparer vermindert sich um eine „Bestrafung für Investitionsverzicht“. Dies führt zu einer Verkürzung der durchschnittlichen Anlagedauer, weil der Realzins nun unter den vollen Urzins fällt, den die Sparer mindestens fordern, um ihre Ersparnisse langfristig zu verleihen. Aus mittel- bis kurzfristig den Geschäftsbanken überlassenen Ersparnissen können diese aber umso weniger Investitionskredite vergeben, für deren verzinste Zurückzahlung die Unternehmer etwa zehn Jahre benötigen. Die Geschäftsbanken haben mit immer größer werdenden Kreditausfall- sowie Fristentransformationsrisiken zu kämpfen und verlagern ihre Geschäftstätigkeit von der Investition auf die Spekulation (ironischerweise als „investment banking“ bezeichnet), um an Preisschwankungen zu profitieren, die wiederum umso größer und hektischer werden, je mehr die „Bestrafung für Investitionsverzicht“ den Geldkreislauf ins Stocken bringt. Am Ende gerät die Volkswirtschaft in eine Liquiditätsfalle, d. h. der Geldkreislauf – und damit die Arbeitsteilung – bricht soweit zusammen, dass die nächste umfassende Sachkapitalzerstörung unvermeidlich wird, damit es nach dem Krieg wieder eine „Belohnung für Konsumverzicht“ geben kann:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/07/der-zins-mythos-und-wahrheit.html

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