Günter Wallraff – Obdachlosigkeit in Deutschland

Günter Wallraff – Obdachlosigkeit in Deutschland

Alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit rücken sie ins Bewusstsein von Politik und Medien: die Clochards, Penner oder – korrekt im Amtsdeutsch – die Wohnsitzlosen. Für die Dokumentation “Unter Null” hat sich Günter Wallraff im Winter 2008/2009 in diese den meisten Deutschen weitgehend unbekannte oder von Klischees überfrachtete Welt begeben. In der Rolle des Obdachlosen Wolfgang war er auf Straßen, unter Brücken, in Obdachlosenasylen und Not-übernachtungsstätten unterwegs. Mit einer versteckten Kamera macht Wallraff diese Parallelwelt sichtbar und stellt fest: Die große Mehrheit der Notunterkünfte und Schlafstellen bietet nicht annähernd Privatsphäre, Intimität, Individualität und damit grundlegende Voraussetzungen von Würde. Wallraff fügt sich in die Rolle eines Obdachlosen und übernachtet auch im Freien. Die kälteste Nacht des Winters bei minus 12 Grad verbringt er hinter dem Kölner Hauptbahnhof mit einer Gruppe von Wohnungslosen. “Platte machen” nennt man das im Jargon der Straße. Einer von ihnen, Ciriaco G., stirbt wenige Tage danach in einer weiteren Kältenacht unerwartet mit nur 42 Jahren. Wallraff erfährt von den Obdachlosen ganz persönliche Dinge. Der aidskranke Mario erzählt ihm Heiligabend seine Lebensgeschichte. Oder Helmut: Er wurde von seinem Sohn Micha getrennt, als dieser noch ein Kind war. Jahre später trafen die beiden sich zufällig auf der Straße wieder, obdachlos. Jetzt sind sie Freunde und unzertrennlich. Silvester “feiert” Wallraff in einem Containerdorf in Frankfurt: 160 Obdachlose sind in den Containern am Ostpark der Stadt gestrandet. Im Schatten der Bankenwelt erwartet die Wohnsitzlosen nacktes Elend, stinkende und beengte Metallställe. Nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wohnungslosenhilfe haben etwa 250 000 Menschen in Deutschland keinen festen Wohnsitz. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weit höher. Sozialexperten warnen, dass sich die Armut angesichts der Hartz-IV-Gesetze noch weiter ausbreiten könnte, die Zahl der Obdachlosen zunimmt und staatliche Auffangstrukturen überfordert würden. Wer sind diese Wohnsitzlosen? Welche Biographien und Schicksalsschläge haben sie hinter sich, welche Geschichten haben sie zu erzählen? Wie sind sie “auf der Straße” gelandet und wie bestreiten sie nun ihren Alltag? Der Film “Unter Null” von Günter Wallraff und Pagonis Pagonakis zeigt eindrucksvoll die Grenzen unserer Gesellschaft, erzählt von Missständen und beschreibt Menschen in täglichen Grenzsituationen.

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Schlechte Arbeitsbedingungen undercover

Schlechte Arbeitsbedingungen undercover

Günter Wallraff deckt einen Teil deckt die schlechten Arbeitsbedingungen eines deutschen Betriebes auf.

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Günter Wallraff: Schwarz auf Weiß – Eine Reise durch Deutschland

Günter Wallraff: Schwarz auf Weiß – Eine Reise durch Deutschland

Günter Wallraff war ein Jahr lang undercover als Somalier Kwami Ogonno in Deutschland unterwegs. Seine Erlebnisse sind in „Schwarz auf Weiß“ festgehalten. Der Film enthüllt, in welchem Maß Rassismus alltäglich ist. Nach der TV-Erstausstrahlung am 25. Januar 2011 folgt eine 25-minütige Diskussionsrunde.

Ein schwarzer Migrant reist durch Deutschland und stellt die Gastfreundschaft der Einheimischen auf die Probe. Doch die Menschen, auf die er trifft, wissen nicht, dass dieser Schwarze, der sich überall als Kwami Ogonno vorstellt, in Wirklichkeit Günter Wallraff ist. Ein Jahr lang war der berühmte Undercover-Journalist perfekt maskiert und mit versteckter Kamera in der Republik unterwegs und erlebte am eigenen Leib, wie Deutsche mit schwarzen Mitbürgern umgehen. Wallraff mischt sich inkognito unter Fußballfans und Kleingärtner, Schäferhundfreunde und Kirmesbesucher.

Stets freundlich und höflich, muss Kwami erfahren, wie unfreundlich und dreist Leute werden können, wenn sie einem Schwarzen begegnen. Ob bei der Wohnungssuche in Köln oder bei der Beantragung eines Jagdscheins in Oberbayern, ob bei einer Bootstour in Wörlitz oder bei der S-Bahnfahrt in Berlin: Die Versuche des schwarzen Deutschen, einfach so wie seine weißen Mitbürger zu leben, werden immer wieder mit Ignoranz und Ablehnung gestraft. Und nicht selten wird es heikel für Kwami. Doch es gibt auch Lichtblicke – sogar an Orten, an denen man sie nicht erwartet.

Günter Wallraff, der bei „Bild“ Hans Esser war, als Türke Ali die Ausbeutung ausländischer Arbeiter enthüllte und für die „Zeit“ in Call-Centern recherchierte, wollte hautnah erleben, wie tolerant die Deutschen gegenüber schwarzen Menschen sind. Dabei fing die versteckte Kamera Szenen ein, die oft nur schwer zu ertragen sind. Denn sie stimmen wenig mit dem Bild vom modernen, gastfreundlichen Bundesbürger überein.

Der erfahrene Undercover-Journalist Wallraff ging bei seiner einjährigen Reportagereise durch alle Teile der Republik bis an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit. Nicht selten setzte er sich in der Maske des afrikanischen Migranten Kwami unkalkulierbaren Risiken aus. Wallraffs Mut, sein Humor und die perfekte Einfühlung in seine Rolle haben ihm geholfen, das Verhalten ganz gewöhnlicher Deutscher Fremden gegenüber zu zeigen.

Der Dokumentarfilm irritiert und polarisiert, bestürzt, empört und berührt, doch er enthält auch Passagen von abgründiger Komik und erfreulicher Menschlichkeit – ein Roadmovie der besonderen Art.

Der Kinostart von „Günter Wallraff: Schwarz auf Weiß“ löste eine heftige, kontroverse Diskussion in der Presse aus. So schrieb „Der Spiegel“: „‚Schwarz auf Weiß‘ als Blick in den Spiegel. Zu Gast bei Freunden sieht anders aus“. Im Kulturradio war zu hören: „Ein großer Verdienst und ein anregender Beitrag zur momentanen Integrationsdebatte“, während das Deutschlandradio Kultur „verstörende Stimmungsbilder aus der Mitte der Gesellschaft“ ausmachte. „Der Tagesspiegel“ aus Berlin formulierte: „Andererseits fragt man sich, warum man sich mehr darüber aufregt, dass Wallraff in diesen Zug steigt, als darüber, dass es Züge gibt, in die manche Menschen besser nicht steigen.“ Der italienische „Corriere della sera“ meinte „Der Film ist ein echter Schlag ins Gesicht für diejenigen deutschen Intellektuellen, die behaupten, der Rassismus in Deutschland sei nur eine hässliche Erinnerung, die der Vergangenheit angehört.“ Und die „Times“ ergänzte: „Entlarvender als Sacha Baron Cohens erfundener ‚Borat‘, der die Heuchelei in den USA enthüllte.“

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