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Goldene Zeiten – Das heuchlerische Geschäft mit dem Gold

Kategorien: 360p, Geld, Gesellschaft, Menschen, Millionäre, Natur, Online, Politik, Unternehmen, Wirtschaft

Kaum stürzten die Finanzmärkte weltweit in die Krise, stieg die Nachfrage nach Gold. Nie war Gold so teuer wie heute. “Gold ist sicher”, heißt es. Doch stimmt das wirklich? Und wer sind die Gewinner und die Verlierer im Geschäft mit Gold? die story beginnt im Frankfurter Bankenviertel. Noch immer hat Deutschland nach den USA die größten Goldreserven der Welt – geschätzte 3.400 Tonnen – das ist mehr als die weltweite Jahresproduktion. In den USA sitzt einer der größten Goldförderer der Welt. Die Firma Newmont lässt sich nicht gerne in die Karten schauen, zumal das Unternehmen 2008 den “public eye award” erhielt – eine Negativ-Auszeichnung für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter besonders schlimm ausbeuten. Vor allem die Newmont-Minen in Peru und Ghana stehen in der Kritik. Am Rande der Stadt Cajamarca in Peru liegt die Goldmine Yanacocha – die größte Mine Lateinamerikas. Cajamarca ist trotz der Goldminen von Newmont eine der ärmsten Gegenden Perus. Die Böden sind durch den Goldabbau ausgetrocknet und verseucht, die Menschen krank geworden. Was den Wert des Goldes in den Industrienationen ausmacht, macht hier die Menschen arm. Denn am Goldrausch verdienen nur die Unternehmen und die Spekulan-ten. die story zeigt Gewinner und Verlierer eines Booms, von denen die Menschen auf den Goldmärkten der Welt keine Ahnung habe.
Goldene Zeiten - Das heuchlerische Geschäft mit dem Gold, 5.0 out of 5 based on 1 rating

eingehende Suchbegriffe:

  1. Sandro Valecchi

    05. Jun, 2014

    Ein sehr guter Beitrag und es trifft zu, dass die Menschen auf den Goldmärkten der Welt keine Ahnung haben. Aber weshalb ist das so, weshalb ist GOLD HANDEL und GOLD FIXING so intransparent. Hier meine Ergänzung:

    Gold ist nicht nur ein Übergangsmetall (Periodensystem in der 1. Nebengruppe der Kupfergruppe oder Münzmetalle) und ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Au (der Ordnungszahl 79). Gold wird vor allem an den wichtigsten, globalen Börsenplätzen wie London, Zürich, New York und Hongkong gehandelt.

    Gehandelt wird das wertvolle Erdmetall auch an der New York Mercantile Exchange (Abteilung COMEX), am Chicago Board of Trade, an der Euronext/LIFFE, am London Buillon Market, an der Tokyo Commodity Exchange, an der Bolsa de Mercadorias e Futuros und an der Korea Futures Exchange. Neben dem klassischen Handel mit physischem Gold spielen Wertpapiere auf (für) Gold (sog. „Papiergold“) wie beispielsweise Gold-Zertifikate, Gold-Fonds Gold-Futures und Gold-ETFs eine überragend wichtige Rolle.

    Das Fixing

    Nur wenige Akteure haben den maßgeblichen Einfluss auf den Goldpreis (ähnlich wie beim Platin- und Palladium Fixing). Das Gold Fixing beschreibt einen seit dem Jahr 1919 stattfindenden Handelsprozess am Finanzplatz London, dem London Bullion Market, wo der aktuelle Weltmarktpreis zweimal täglich ermittelt wird. Das Ziel: möglichst viele Transaktionen zu einem Fixpreis als Richtgröße für weitere Trades abzuwickeln. Gehandelt wird von Montag bis Freitag von 10:30 Uhr UTC (11:30 Uhr MEZ) und am Nachmittag von 15:00 Uhr UTC (16:00 Uhr MEZ).

    Der Fixpreis

    Dieser dient nicht nur den Bergbau- und Minenbetreibern sowie der Raffinerie-Industrie. Vor allem die internationalen Notenbanken beziehen sich auf den Preis beim Goldfixing am Nachmittag (PM Fix), um ihre Goldbestände bzw. Goldreserven bewerten zu können. Der Londoner Weltmarktpreis beeinflusst nicht nur den Handel der Edelmetallhändler (Einzelhandel), sondern indiziert auch den Future-Goldhandeln, um Swaps sowie Optionen einen Preis zusprechen zu können.

    Die am Fixing Board Beteiligten

    Die Anzahl der am Fixing Board Beteiligten schwankte in der Vergangenheit etwas. Zuletzt waren es 5 Bullion-Banken, Mitglieder der London Bullion Market Association (LBMA), jedenfalls bis zum 13. Mai 2014:
    • Bank of Nova Scotia–Scotia Mocatta,
    • Barclays Bank,
    • Deutsche Bank AG,
    • HSBC Bank USA NA London Branch
    • Société Générale.
    Unter dem 13. Mai 2014 gab die Deutsche Bank AG ihren Stammplatz unter den Teilnehmern am weltweiten Gold-Fixing in London, wie bereits seit Wochen vom Management bekannt gegeben, auf. Zwar wollte das Management der Deutschen Bank den Sitz im Fixing Board veräußern. Aber es konnte sich dafür kein Käufer finden, hatte ein Sprecher des Geldhauses bereits Ende April 2014 in einem Pressestatement vermeldet. Als potentielle Interessenten wurde u. a. die Standard Bank (Südafrika) gehandelt. Im Ergebnis blieb die Suche nach einem Nachfolger für den Platz, den die Deutsche Bank AG vor über 20 Jahren übernommen hatte, letztendlich fruchtlos.

    Wechsel der am Fixing Board Beteiligten hat in London allerdings „Tradition“ und ist nichts Außergewöhnliches. Johnson Matthey Bankers Ltd. (JMB) übernahm 1957 den Sitz beim Goldfixing von Pixley & Abell. 1984 kam JMB vorübergehend in den Besitz der Bank of England, die die Firma angesichts drohender Verluste im Kreditgeschäft vom Edelmetall-Weltkonzern Johnson Matthey PLC übernahm. Die Zentralbank verkaufte JMB 1986 an Mase Westpac (Goldhandelsbank). 1993 ging der Sitz beim Goldfixing an die Republic-Mase Bank (früher Mase Westpac), eine Tochtergesellschaft der Republic National Bank of New York (RNB). Letztere wurde im Dezember 1999 von der HSBC übernommen. Im Mai 2000 wurde der Sitz an Credit Suisse First Boston (CSFB) verkauft. Die CSFB annullierte bereits im Oktober 2001 ihre Mitgliedschaft. Im Juli 2002 wurde der Sitz der CSFB von Société Générale übernommen. 2004 stieg NM Rothschild & Sons aus dem Fixing aus.

    Angebot, Nachfrage und Akzessorietät

    Angebot und Nachfrage ist auch im Edelmetallhandel mitentscheidend bei der Preisfindung. Aber dies ist nicht alles. Beim Goldpreis spielt die starke Akzessorietät zum US-Dollar Wechselkurs eine traditionell gewichtige Rolle. Der Goldpreis korreliert tendenziell mit der US-Währung. Überdies beeinflusst der Ölpreis den Tageskurs beim Gold, wenn auch nur bedingt; besonders Gewicht kommen – wie das in jüngster Vergangenheit der Fall (Euro-Krise) gewesen war – Verwerfungen an den internationale Finanzmärkten, Inflationsängsten, Spekulationen, Kursanomalien und allem Anschein nach auch Manipulationen zu. Hierzu im Folgenden mehr:

    Volatilität und Abverkauf von Gold (Q-1; Q-2 2014)

    „Der Edelmetallsektor ist in der Defensive, nachdem einige Metalle kürzlich unter wichtige Unterstützungsmarken gesunken sind. Gold zeigt zwar schon Anzeichen des Überverkaufs, doch es könnte noch weiter nach unten gehen in Richtung 1.245 US-Dollar pro Feinunze“, so einige Analystenkommentare (Saxo Bank) zur aktuellen Preisentwicklung beim Gold.

    Der Goldpreis befindet sich seit Monaten in einer Abwärtsbewegung. Aktuell – zum 03. Juni 2014 –liegt er auf dem niedrigsten Stand seit vier Monaten (tiefster Stand seit Anfang Februar 2014). Im Q-2 rangiert der Goldpreis zwischen etwa 1.256,75 USD (Tageshoch) und 1.241,25 USD (Tagestief). Ein Stabilisieren und Etablieren oberhalb der charttechnisch (psychologisch) wichtigen Marke von über 1.300,00 USD des Goldpreises und in damit verbundene Bodenbildung ist aus Expertensicht nicht erkennbar. In der letzten 52-Wochen-Bilanz sah das noch etwas anders aus: 1.433,20 US-Dollar für die Feinunze wurde als angemessen erachtet; im 52-Wochen-Tief mussten Anleger und Investoren allerdings 1.130,55 US-Dollar aushalten. Charttechnische Analysten sprechen von technischen Verkaufssignalen. Ohne eine Belebung der zuletzt verhaltenen physischen Nachfrage in Asien droht dem Goldpreis ein weiterer Rückgang, geben Analysten der Commerzbank zu bedenken. Die VR China hatte im Monat April mit rund 67 Tonnen Gold so wenig wie seit 14 Monaten nicht mehr aus Hongkong importiert. Zu schaffen macht dem Goldpreis auch die Dollar-Stärke bzw. die Euro-Schwäche. Gute US-Konjunkturdaten mit einer Erholung der US-Wirtschaft und steigenden Renditen am Bondmarkt macht Gold weniger attraktiv. In den Vereinigten Staaten war der Auftragseingang der US-Industrie im April 2014 überraschend angezogen.

    Gold ETFs Exchange Traded Fund, Trading und Gold ETFs Abflüsse

    Ein Gold-ETF ist eine gedeckte oder ungedeckte Inhaberschuldverschreibung, die einen Zahlungs- oder einen Lieferanspruch auf Gold verbrieft. ETF steht für Exchange Traded Fund, also ein börsengehandelter Fonds. Korrekter wäre es jedoch, von einer Exchange Traded Commodity (ETC) zu sprechen, da es sich rechtlich gesehen nicht um Fonds handelt, sondern um Inhaberschuldverschreibungen. Auch Xetra-Gold gehört zu den Exchange Traded Commodities. Indexfonds auf Edelmetalle haben eine rasante Erfolgsgeschichte vorzuweisen und spielen eine wichtige Rolle für die Rally von Gold und Silber. Die Summen, die hier bewegt werden, sind gigantisch. Beispielsweise der Gold Trust wurde vor etwa 10 Jahren als erster Gold-ETF aufgelegt und hat sich seither zu einem Koloss entwickelt. Mit einem Volumen von über 58 Milliarden Dollar ist er seinem nächsten Konkurrenten, den ZKB Physical Gold, um ein Sechsfaches über den Kopf gewachsen. Würde man das Fondsvermögen auf alle Menschen auf der Erde verteilen, hätte jeder 8,70 US-Dollar in der Tasche. Zudem hält der Fonds nach den USA, Deutschland, dem IWF, Italien und Frankreich die größten Goldbestände der Welt.

    Für Anleger der ersten Stunde war ein Investment in diese Fonds extrem lukrativ; jetzt aber nicht mehr. Konsequenterweise erfolgt ein hoher Kapitalabschluss. „Reißen ETFs den Goldpreis in den Abgrund?“ – hinterfrage das HANDELSBLATT in der Sache zutreffend, wenn auch etwas überspitzt. Alternative Investmentprodukte wie Gold-ETFs (Exchange Traded Funds) könnten zum Problem ausarten und den Goldpreis herunterreißen. „Sollten langfristig orientierte ETF-Investoren tatsächlich ihre Bestände reduzieren, könnte dies für all jene ein Problem werden, die auf steigende Goldnotierungen im Stil der letzten 10 Jahre setzen“, prognostizierte Analyst Daniel Brebner (Deutsche Bank London). Immerhin zählt zu denen, die zuletzt ihre Anteile am SPDR-Fund senkten, beispielsweise Großinvestor George Soros, kommentierte HANDELSBLATT (Titel: „Warum Investoren ihr Gold verkaufen“).

    Feststellung von Kapitalabflüssen

    Ganz einfach: Rufen Sie über Ihre Suchmaschine im Web „list of all of the Gold ETFs traded in the USA which are currently tagged by ETF Database“ auf; dann sind Sie in den Top Ten der Gold ETFs; gehen Sie dann im nächsten Schritt auf „change“ category; Sie sehen nun die Kapitalbewegungen und Abflüsse (Assets in thousands of U.S. Dollars – Assets and Average Volume as of 05/30/2014).

    Vorgaben von wichtigen Banken 2014 (Einschätzungen und Prognosen)

    * Goldman Sachs (Fixing Board) senkte bereits seine Prognose für den durchschnittlichen Goldpreis für die Feinunze im Jahr 2014 auf 1.350 USD (von bisher 1.490 USD). Eine Änderung dieser fachlichen Analyse liegt mir nicht vor. Goldman Sachs prognostiziert einen möglichen, weiteren Preisrutsch von 15 % für 2014. Der Großbank, der immer unterstellt wird, den Goldpreis herunter zu reden, um sich günstig einzudecken, erwartet für 2014 ein Minus im Goldpreis um über 15 %, berichten Analysten: Das geht aus dem jüngst erschienenen Ausblick über die zehn wichtigsten Investment-Themen des kommenden Jahres hervor. Das bedeutet eine erwartete Bodenbildung nur noch auf einem Niveau von knapp 1.058 USD.

    * Société Générale (Fixing Board) hat ihren Bericht, mit der Lageeinschätzung für 2014, dass der lange Bullenmarkt des gelben Metalls zu Ende sei und der Goldpreis nur noch im Spektrum von etwa 1.375 US-Dollar pro Unze gesehen wird, nicht revidiert.

    * UBS senkte ihre Prognose für die Feinunze drastisch. Die Investmentbank UBS – sie gilt als einer der größten Händler auf dem Goldmarkt – hat ihre Preisprognose 2014 für das Edelmetall revidiert. Auf Sicht für den Geschäftsverlauf 2014 rechnet das Kreditinstitut nun mit einem Preis von 1.180 US-Dollar. UBS korrigierte damit die eigene Prognose, die zuvor bei 1.450 USD für die Feinunze lag, so „Wall Street Journal Deutschland“. Ferner senkte UBS ihr Dreimonatsziel von 1.375 US-Dollar auf 1.100 USD je Feinunze. UBS-Analystin Joni Teves nennt in ihrer Studie ihre Argumente für sinkende Goldpreise: Zum einen sei die Stimmung für Gold weit schwächer als zunächst gedacht, was sich am enttäuschenden Scheitern an der Marke von 1.360 USD gezeigt habe. Zweitens erwarte nun der Markt verstärkt ein „Tapering“ der US-Notenbank, also den sukzessiven Ausstieg aus den Anleihekäufen. Und exakt dies trifft nun aktuell zu.

    * Großinvestoren wie Jim Rogers meinte sogar, dass Gold durchaus bis 1.200 US-Dollar fallen könne, die Société Générale ist bärisch in Punkto Gold und die Credit Suisse ist defensiver geworden; auch George Soros positioniert sich kritisch in Interviews, in dem er sich mit einem negativen Ausblick zur weiteren Entwicklung des Goldpreises äußerte.

    Die Prognosen sprachen bereits 2013 nicht länger für eine Fortsetzung des positiven Trends:

    Bereits das erste Halbjahr 2013 war durch eine dramatische Abwärtsentwicklung beim Goldpreis gekennzeichnet. Am 06.09.2011 erreichte der (Intraday) Goldpreis mit 1.920 USD sein Allzeithoch – All Time High (ATH) – und am 01.10.2012 erreichte der (Intraday) Goldpreis mit 1.385 Euro sein Euro ATH (EUR Allzeithoch). Trader analysierten nach massiven Abverkäufen im Monat April 2013 zwar zunächst einen Anstieg des Goldpreises bis hin zur Widerstandszone, welche bei etwa 1.475,00 USD charttechnisch gesehen wurde ; aber – wie von einigen Analysten bereits erwartet – an dieser wichtigen Linie zur Bodenbildung scheiterte das Goldpreisfixing in den letzten Wochen und Monaten mehrfach. In den letzten Wochen entwickelten sich der Gold- und Silberpreis dramatisch nach unten. So verlor Gold innerhalb der 16. Kalenderwoche 12 % und Silber sogar 17 % seines Werts. Am 27.06.2013 operierte Gold nur noch um die Marke von 1.232,70 US-Dollar. Im absoluten Tief war die Feinunze sogar nur noch 1.198 USD Wert. Verlust seit Jahresbeginn: 30 %. Anleger und Investoren haben ihre Gold-ETF-Bestände um 497,2 Tonnen im Volumen von etwa 22 Mrd. US-Dollar im ersten Quartal 2013 stark ausgedünnt. Gold operiert unter einem permanenten Abwertungsdruck, die globale Nachfrage ist kontinuierlich rückläufig und von einem steigenden Angebotsüberhang geprägt, bilanzierten zahlreiche Analysten. Bloomberg (New York) konstatierte: Gold 2013 ist auf dem besten Wege, den ersten Jahresverlust seit dem Jahr 2000 aufzuweisen. Andere Kommentatoren sprechen vom „größten Kursrutsch seit 1920“, was allein den Zeitraum von April bis Juni 2013 angeht.

    Verkaufsbeschränkungen der Notenbanken (Central Bank Gold Agreement)

    Um den Goldverkauf und damit den Goldpreis zu regulieren, hatten am 26. September 1999 in den USA – Washington, D.C – 15 europäische Notenbanken das Central Bank Gold Agreement getroffen, in welchem die Volumina der Goldverkäufe geregelt wurden.

    Das erste Goldabkommen CBGA I (1999–2004) legte das Limit der Goldverkäufe auf 400 Tonnen (12,9 Millionen Feinunzen) pro Laufzeitjahr (jeweils beginnend am 27. September) oder maximal 2000 Tonnen (64,5 Millionen Feinunzen) innerhalb von fünf Jahren fest. Das zweite Abkommen CBGA II (2004–2009) erlaubte eine maximale Verkaufsmenge von 500 Tonnen (16,1 Millionen Feinunzen) pro Laufzeitjahr. Im dritten Abkommen CBGA III (2009–2014) wurde eine maximale Verkaufsmenge von 400 Tonnen pro Laufzeitjahr vereinbart.

    Kursanomalien und Manipulationen

    Ja, dies kommt vor. Zum Thema Kursanomalien, Kursmuster sowie markttechnischer Handelssysteme gibt es bereits empirische Untersuchungen. Am Goldmarkt gibt es seit 1993 auffällige Kursanomalien. Der häufigste Zeitpunkt ist die Eröffnung der Rohstoffbörse NYMEX in New York um 14:20 Uhr MEZ und das Nachmittagsfixing in London um 16:00 Uhr MEZ. In diesem Zeitfenster konnten oftmals innerhalb weniger Minuten Kurseinbrüche beim Goldpreis festgestellt werden. Es folgten starke Preisbewegungen an anderen Märkten.

    Empirische Befunde bestätigen die Existenz von Handelsregeln, die sowohl in den Testperioden als auch im Schätzzeitraum systematische Überrenditen ermöglichen. Die Untersuchungen der markttechnischen Handelssysteme belegen die Prognosegüte einzelner technischer Indikatoren sowie auch die Existenz von Überlegenheitsstrategien auf markttechnischer Grundlage. Die empirische Untersuchung der quantitativen Kursmuster erbringt den Nachweis, dass eine Vielzahl der analysierten Kursmuster Prognosecharakter besitzen und „abnormal returns“ erzielt werden.

    Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits in der vergangenen Woche aus gut unterrichteten Kreisen erfahren, dass fast 20 Klagen, die Investoren in den Vereinigten Staaten gegen die 5 Bankhäuser wegen des Verdachtes von Manipulationen eingereicht haben. Wenn es um das Reputationsrisiko geht, bevorzugen einige Banken eine Exit-Strategie (Rückzugsstrategie).

    Der Verdacht einer Kartellbildung (2010)

    „Ja, es hat betrügerische Versuche gegeben, den Preis (beim Gold Fixing) zu bewegen und auf unaufrichtige Weise zu kontrollieren“, sagte CFTC-Kommissar Bart Chilton im Jahr 2010. Aufgrund von div. Verdachtsmomenten der Commidity Futures Trading Commission (Abkürzung: CFTC), einer Behörde mit Sitz in Washington, D.C, soll der Schutz von Handelspartnern vor Manipulationen, missbräuchlichen Handelspraktiken und Betrug gewährleistet werden. Die CFTC soll Märkte beaufsichtigen bzw. regulieren, die volkswirtschaftlich wichtige Aufgaben erfüllen.

    Auch Deutschlands Finanzaufsicht BaFin prüft, ob es bei der täglichen Preisfestlegung für Gold und Silber in London zu Manipulationen kommt bzw. gekommen ist. „Diese Untersuchungen laufen seit einigen Monaten und dauern noch an“, kommentierte die BaFin.

    Lücken im System und Rückzugsräume

    Der Handel mit Edelmetallen gilt als besonders intransparent, da nicht alle Aufträge über die Future-Märkte abgewickelt werden. Im Kassamarkt wird Gold zwischen den Handelspartnern direkt gehandelt („over the counter“). Das bedeutet, es gibt keine zentralen Datenquelle für den Preis, zu dem es den Besitzer wechselt. Anders ist es bei den Gold-Futures; diese werden an Börsen gehandelt.

    Der Rücktritt von CFTC-Kommissar Bart Chilton im Jahr 2013 und die Macht der Wallstreet

    Im November 2013 hat CFTC-Kommissar Bart Chilton in einer schriftlichen Note Präsident Obama mitteilen lassen, dass er wird von seine Position als CFTC – Kommissar in Kürze freigeben wird. Der vormalige Commodity Futures Trading – Kommissar Bart Chilton wechselte zum 15. April 2014 zu DLA Piper als leitenden politischen Berater einer Großkanzlei in Washington, D.C.

    Bart Chilton hatte seine Aufgaben als CFTC-Kommissar mit großer Ernsthaftigkeit verfolgt und wurde vielen Mächtigen der Wallstreet zu unbequem:

    • As a CFTC commissioner from 2007 to 2014, Mr. Chilton pushed for tougher Wall Street regulation, raising alarm about the risks posed by traders who take large speculative bets with certain commodities.

    • He wasn’t the only regulator to take a get-tough-on-Wall-Street stance. But with his shoulder-length hair, colorful lexicon and tendency to lace his speeches with rock references, the Indiana native stood out in the dry world of commodities regulation, as WSJ’s Andrew Ackerman noted last fall when Mr. Chilton announced his departure.

    • One of his last major votes was to back the agency’s adoption of the final version of the so-called Volcker rule — part of the 2010 Dodd-Frank financial overhaul — curbing banks’ ability to bet with their own capital.

    Risiko Digital Gold Currencies (DGC), Digitale Goldwährungen, Bitcoin (BTC)

    Finger weg von digitalen Goldwährungen (DGC)! Hierbei handelt es sich um Micropayment-Systeme, die vorgeben, auf dem Goldstandard zu basieren. Hier können Girokonten angeblich in Gold geführt werden. Sie funktionieren ähnlich dem PayPal-System, nur mit dem Unterschied, dass eingezahlte Guthaben nach Angaben der Anbieter automatisch zu 100 % mit physischem Gold gedeckt sind.

    Finger weg von Bitcoin! Dieses von privater Hand im Jahr 2009 eingeführtes, länderübergreifendes Zahlungssystem in Form von virtuellem Geld, bei dem kryptographische Techniken eingesetzt werden, führte bereits zu einem Finanzskandal. Diese digitale Kunstwährung wird hauptsächlich bei einigen Online-Diensten akzeptiert.

    Bitcoin simuliert die Seltenheit von Gold durch den allmählichen Zufluss von neuen Bitcoins in die Wirtschaft (vergleichbar mit dem Goldzufluss aus Goldminen). Niederländische Banken sind jedoch Bitcoins gegenüber allem Anschein nach nicht so skeptisch wie der Rest der Welt, berichtet HANDELBLATT. Das Land startet offenbar ein großes Finanzexperiment, während sich die großen Banken in China und den Vereinigten Staaten bei Geschäften mit Bitcoin-Firmen auf gutem Grund zurückhalten.

    Milliarden-Risiken in Gold-Derivaten

    Mittlerweile haben große Finanzinstitute Milliarden-Risiken in Gold-Derivaten angehäuft, weshalb einige Marktbeobachter befürchten, diese niemals in physisches Gold umtauschen zu können. Es gibt – jedenfalls nach meinen Erkenntnisstand – derzeit kein Indiz für eine organisierte Baisse (d. h. ein gezieltes herunter treiben des Goldpreises i. V. m. Wetten auf einen Preisverfall), was ich vor mehreren Monaten in diesem Portal erklärt hatte. Sollte sich jetzt allerdings der Manipulationsverdacht beim Goldpreisfixing erhärten, wäre dies mit einem Vertrauensschaden verbunden und dem Goldpreis nicht zuträglich.
    Sandro Valecchi, Business Analyst & Markets
    Valecchi analyses patterns in the commodity markets and researches anomalies in the gold market: at last Bart Chilton stepping down from CFTC 2013 – 2014

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